5. Brügge - Venedig des Nordens
Auch wenn Brügge nicht am Meer liegt, seine nachgesagte Ähnlichkeit mit Venedig kann die belgische Stadt dank der vielen Kanäle nicht leugnen. Wir beziehen unser Hotel mit dem wohlwollenden Namen „Hotel Golden Tulip de Medici“ in der Nähe des Zentrums. Ein Erkundungsrundgang führt uns an wunderschönen historischen Häusern vorbei bis zum grossen Marktplatz. Hier steht der imposante Belfried, ein Glocken- und Aussichtsturm. Daneben befinden sich das Rathaus, die Historie (ein Museum) und viele andere Sehenswürdigkeiten. In einem Strassenrestaurant suchen wir Schutz vor dem kurzen Gewitterregen und seinen windigen Begleiterscheinungen. Die bestellten Fleischspiesse sind sehr gross und können nur mit einem guten Schluck Wein heruntergespült werden.
Die Basilika des Heiligen Blutes ist zweigeteilt. Unten befindet sich die romanische Kirche, welche als Reliquie einen Tropfen vom Blut Jesu aufbewahren soll, welcher 1149 aus den Kreuzzügen nach Belgien gelangt sei. Der rote Behälter wird jährlich an Christi Himmelfahrt in einer Prozession durch die Stadt getragen. Im höheren Stockwerk befindet sich die spätgotische Heiligblut-Basilika von 1480. In der Stadt Brügge reiht sich ein Museum ans andere. Sie zeigen Geschichte(n), Malereien, Kirchenschätze und Kunst aus vielen Epochen. Doch irgendwann ist der Wissensdurst gestillt und wir machen uns auf den rund 1 km langen Rückweg zur Unterkunft, vorbei an Läden voller Süssigkeiten wie Pralinen, Kandisfrüchten und Marzipan.
Am Folgetag ist es sonniger, was uns zu weiteren Fotoaufnahmen an den Kanälen und in den Strassen von Brügge motiviert. Da und dort stehen Stein- oder Bronzedenkmäler für berühmte Stadtbürger wie Jan von Eyck (Maler) und lustige Figuren, vor dem Schauspielhaus eventuell der Vogelhändler Papageno. Am Markt ist es am Morgen eher noch ruhig. Wir durchqueren die Strassen, welche von Prunkhäusern flankiert sind.
Die Stadtkathedrale ist eine wahre Schatzkammer. Mehrere Orgeln sind im grossen Kirchenschiff verteilt. Die gotischen Fenster sind ebenso einmalige Kunstwerke wie die silbernen und goldenen Schreine, die zusammenklappbaren Altäre, die kostbaren Wandteppiche oder die grossflächigen Bilder flämischer Meister. Ein Standbild zeigt zwei Patres, welche sich sehr nahe stehen (schon damals wohl üblich).
In den Strassen und auf den Plätzen nehmen die Menschenmassen zu. Wir beginnen zu begreifen, dass Brügge Venedig auch im Ansturm von Touristen nacheifert. Wir verzichten deshalb auf eine Grachtenfahrt durch die Kanäle, denn das Feeling von Ölsardinen motiviert uns nicht sonderlich. Am Trödlermarkt wird Ramsch und Kitsch feilgeboten.Trotz des grossen Rummels im Zentrum kann man in den Seitengässchen und an kleineren Kanälen noch durchaus den Duft der ehemaligen Handelsstadt einatmen.



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