8. Abstecher ins niederländische Valkenburg an der Göhl

 

Da das Diamantenmuseum DIVA in Antwerpen gestern Mittwoch geschlossen hatte und heute dort ein grosser Andrang herrscht, verzichten wir auf die einheimischen Informationen und die Videoschau zur Diamantenschleiferei. Unsere nächste Etappe führt uns in die Niederlande nach Valkenburg an der Göhl (aan de Geul), einem Städtchen im südlichen Limburg, rund 15 km von Maastricht entfernt. Nach all den belgischen Grossstädten geht es hier beschaulich zu und her. Der Ort hat rund 14‘000 Einwohner und lebt von seiner Geschichte und der Nostalgie der Touristen. Das spüren wir auch im Grand Hotel Monopole. Der Bau ist (wie wir) etwas in die Jahre gekommen, wie die ausgetretenen Teppiche, die sich öffnende Tapete oder der knarrende Lift verraten. Doch das Zimmer ist sehr geräumig und die Gastgeber freundlich, eigentlich das wonach wir gesucht haben. Auch der nahe Bahnhof hat schon einiges erlebt. Früher hatte man eben auch ein ästhetisches Gefühl für technische Bauten. 





Wir machen eine Stadtrundfahrt mit dem Touristenbähnchen. Valkenburg besitzt auf der Anhöhe eine Burgruine aus der Römerzeit. Auf diesen „Berg“ führt sogar ein Sessellift. Der Ort ist teilweise noch mit Stadtmauern und -toren umsäumt. Allerdings wurden manche Renovationen erst kürzlich vorgenommen. Der Abbau von Mergel in der Umgebung hat zu einem rund 200 km langen und verzweigten Tunnelsystem geführt. Das Material wird (wurde?) zu Bauzwecken und für die Töpferei verwendet.





 




Am nächsten Morgen drehen wir eine weitere Runde zu Fuss durch Valkenburg. Die Stadt ist sehr herausgeputzt mit echtem Blumenschmuck an jeder Strassenlampe. Am Bahnhof klammert sich eine Hexe auf ihrem Besen an einen Baum. Ein 100 % elektrischer Bus wird dort soeben geladen. Im nahen Park steht ein grosser Mammutbaum und eine Kanone Baujahr 1945 als Dank an die Alliierten des 2. Weltkriegs. In den Gassen hat es jede Menge Boutiquen und Trödlerläden. 

 





 

Wir suchen den Eingang zur Burgruine, finden ihn vorerst aber nicht. Stattdessen sehen wir die Eingänge zu den Mergelgrotten, wo wir weitere Informationen erhalten. Im weichen Mergel sind Mengen von Liebesbezeugungen und anderen Spuren eingeritzt. Der nahe Sessellift ins Outback ist uns zu wenig attraktiv. Mit einem Liftaufzug erreichen wir schliesslich das Restaurant beim Ruineneingang. Auf einem Rundweg durch den zerfallenen Burgkomplex werden wir mittels Tafeln über dessen Geschichte informiert. Ein Schafott erinnert an die dunkeln Ziten des Mittelalters. Auf einer Burg steht ein bronzener Falke (nomen est omen). Ein Stadtwächter aus dem selben metallenen Material steht schweigend am Stadttor. 







 


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